Mathe lernen heißt nicht Videos schauen

Mit Youtube gibt es eine Unmenge an Mathe-Erklärvideos, die man sich vor einer Arbeit anschauen kann.

Das ist schön so und hilft, wenn man etwas vergessen oder noch nicht verstanden hat.

Beim Ansehen eines Videos kann man sich bereits erlentes Wissen wieder ins Gedächtnis rufen oder zu neuem Wissen einen Aha-Effekt bekommen.

Man kann etwas verstehen, aber darf nicht vergessen das Verstandene selbstständig in Aufgaben anzuwenden.

Am Tag vor einer Klausur 4 Stunden Videos zum Thema anzusehen beruhigt eher das schlechte Gewissen als die Note zu verbessern.

Bist du Lehrer?

Ich habe nicht auf Lehramt studiert und bin deshalb kein Lehrer im klassischen Sinne.

Ich unterrichte kleine Gruppen und einzelne Schüler seit mehr als 5 Jahren.

Ich bin Nachhilfe-Lehrer, wenn man so will.

Durch meine Nachhilfe komme ich oft in die Gelegenheit Schülern mit verschiedenen Voraussetzungen und Ansprüchen die Themen der Mathematik zu erklären.

Diese Erklärungen sind Grundlage für meine Erklärungen auf Youtube und den Arbeitsblättern auf koonys.de.

Sind Schulbücher überflüssig geworden?

Keine Ahnung, aber ich habe heute in zwei Mathematikbüchern (einmal 7. , einmal 8. Klasse) vom gleichen Verlag, exakt die gleichen Seiten zu einem Thema (Boxplot) gesehen.

Ist an sich ok. Man braucht schließlich auch Wiederholung und hat nicht die Bücher aus allen Klassenstufen zu Hause parat.

Redundant ist es dennoch.

 

Ich habe mich gefragt, ob sich da nicht etwas mit diesen ganzen tollen neuen Technologien, die wir haben, verbessern lässt und halte die Idee darüber nachzudenken hiermit an dieser Stelle fest. :)

Mathematik Apps

Als einleitende Übung zum Lösen von Gleichung und Auflösen von Klammern schrieb ich eine Gleichung an die Tafel.

Ein Schüler zeigte mir seine Mathe App, die für ihn eh alle Aufgaben lösen würde und er deshalb Mathe nicht mehr bräuchte.

„Ok.“ meinte ich „Dann löse die Aufgabe eben mit der App.".

 

Zunächst wusste er nicht in welchem Thema er suchen muss.

Nachdem ich ihm sagte in welchem Thema er fündig werden würde, stellte er fest die Aufgabe doch nicht mit der App lösen zu können.

Da gehen nämlich nur ganz bestimmte Aufgabentypen.

Zum Beispiel: 0 = 3x² - 2x + 9, nicht aber: (x-3)²-3(x-3)=3-(x-3).

 

Von Wolfram Alpha werde ich ihm später erzählen.

Die 3en in meiner gestellten Aufgabe kann man im Übrigen auch durch andere Zahlen ersetzen und kommt dennoch auf zwei ganzzahlige Lösungen. Immer.

Lineare Gleichungssysteme - Geht auch Mal?

In Klasse 8 kommen die Erklärungen zu den 3 Verfahren bezüglich linearen Gleichungssystemen mit 2 Gleichungen und 2 Unbekannten dran.

Zusammengefasst und in 8 Minuten erklärt, zum Beispiel so:

Nachdem ich (I  in II), (I=II) und (I+II) zusammenfassend als Abschluss erklärt hatte, kam eine, wie ich finde, sehr schön Frage:

„Geht auch Mal?“.

Ein klares „Ja!“ bzw. „Nein!“ gibt es nicht.

„Ja, aber ...“ wollte ich dem Schüler nicht geben. Darauf kann er selber kommen und hat mit dem Weg dahin sogar noch eine nützliche mathematische Erfahrung gemacht.

Also war meine Antwort: „Probier es aus.“.

Ein Tag später kam er auch mich zu und hatte die Antwort: „Kann man machen, aber es bringt mir [für das Finden der Variablen] nichts.“.

Stimmt. Hat er gut gemacht. Die Einschränkungen bezüglich der Null habe ich ihm erst noch erspart und freue mich schon darauf ihn bei Gelegenheit selbst darauf kommen zu lassen.

Bildungssystem für alle - nicht nur für Kinder

Man spricht bezüglich des Bildungssystems immer von den Kindern.

Das stört mich.

Lebenslang lernt man doch. Jeder Mensch. Der Fokus liegt jedoch auf den ersten Lebensjahren. Ist das nicht zu kurz gedacht?

Die Diskussion über das Bildungssystem muss doch auch Erwachsene mit einbeziehen. Ein lebenslanger Plan für das Lernen, Bilden und die Erziehung eines jeden Menschen sollte doch das Ziel sein.

Mein Mathelehrer kann nicht erklären

Die Aussage, der Lehrer könne nicht erklären, habe ich schon oft gehört.  Schade eigentlich, wenn die einen Schüler einen Lehrer haben, der erklären kann, und andere nicht.

Voll unfair obendrein.

Schlecht erklärende Lehrer

Es gibt sowohl junge Lehrer, die andauernd durcheinander kommen, als auch ältere Lehrer, die fast einschlafen beim Erklären. Auch Lehrer, die einfach keine Lust haben.

Unschön.

Nicht zuhörende Schüler

Es gibt aber auch Klassen pubertierender Schüler, die alles mögliche im Kopf haben und nicht zuhören. Wenn es dann an Übungen geht, heißt es, es wäre noch nicht einmal erklärt worden. Geduldig merkt der Lehrer bei der zweiten Erklärungen dann womöglich, dass wieder nicht zugehört wird. Stattdessen aufs Handy geschaut oder mit dem Tischnachbar geredet.

Frustrierend.

Von allem Etwas

Mal sind's die Lehrer, mal die Schüler und manchmal kommt beides gleichzeitig aufeinander. Der Großteil der Lehrer, so vermute ich, erklärt gut und der Großteil der Schüler, vermutlich, hört aktiv zu und möchte lernen.

Jede Situation ist anders. Jeder kann mal einen schlechten Tag haben. Jeder die Schuld zu schnell auf andere schieben.

 

Dramatisch finde ich es nicht. Gab es schon immer. Wird es immer geben. Ist halt so. Oder nicht?

Der schlimmste Fehler von Eltern

Als Elternteil möchte man nur das Beste für sein Kind. Das ist klar. Zu viel des Guten ist aber, wie so oft, schädlich. Am schwersten ist es herauszufinden, ab wann man seinem Kind nicht mehr hilft sondern nur noch schadet.

 

Es geht hier um Fehler, die hauptsächlich im Vorschulalter gemacht werden. Eltern wollen ihren Kindern helfen, wo es nur geht, und das ist der Fehler. Jeder Mensch muss lernen zu "struggeln", also zu kämpfen und sich bei Problemen durchzuringen.

Niemand kann sich an "Struggle" gewöhnen, wenn er nie "strugglen" muss. Man muss das Glücksgefühl bei einem Aha-Moment kennen lernen.

 

In jungen Jahren werden die Weichen gestellt, wie man zu diesem Struggle, zu diesem inneren Kampf, steht. Entweder man lernt sich durch Probleme zu beißen oder man gewöhnt sich daran einfach aufzugeben ("Ist mir zu schwer. Macht Mama.").

Der schlimmste Fehler ist es, Kinder nicht struggeln zu lassen. In jungen Jahren kann das am besten geübt werden:

Sobald ein Kind zählen kann, kann es zählen wie viele Teller zum Essen benötigt werden. Liegt es falsch, muss es halt nochmal zählen. Ohne Druck. Einfach nochmal zählen. Ist ja nicht schlimm, wenn man sich verzählt hat. Wieder falsch? Dann zähl doch mal laut. Man merkt dann, wo der Fehler liegt und kann dann zusammenzählen. Endlich richtig? "Toll gemacht!".

Wie und warum richtig sitzen?

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In der Schulzeit habe ich mal Folgendes gehört.

Einen Meter vom Tisch entfernt, halb liegend und mit dem Kopf auf dem Tisch, kann man nicht gut rechnen.

Fand ich überhaupt nicht. Selbst liegend kann man super rechnen. Manchmal sogar besser als sitzend.

Das klappt aber nur für innerlich Motivierte. Schon einmal für ein Hass-Fach versucht im Liegen zu lernen?

Schnell ist der Wille da nur kurz die Augen zu schließen. Lernen ist schließlich anstrengend.

Schnell ist es drei Stunden später mitten in der Nacht und man hat nichts gelernt.

Außer vielleicht nicht auf dem Hefter einzuschlafen, damit man ihn nicht beim Schlafen vollsabbert.

Warum richtig sitzen?

Richtiges Sitzen hilft bei der Sache zu bleiben. Man wird nicht so leicht abgelenkt.

Zusätzlich hat die Lunge mehr Platz im Körper. Dadurch kommt mehr Luft beim Atmen rein und das Gehirn bekommt mehr Sauerstoff. Das Gehirn arbeitet dann besser.

Wie richtig sitzen?

Nicht schief vorm Tisch sitzen, Füße auf den Boden und Arschbacken komplett auf den Stuhl.

Den Stuhl richtig ranrücken, damit man gerade sitzen kann und sich nicht nach vorn beugen muss.

Den Hintern auf dem Stuhl ganz weit nach hinten rücken. So weit, dass sich das Anlehnen an die Rückenlehne schon nicht mehr lohnt. Dadurch muss man aufrecht sitzen und die Wirbelsäule befindet sich in ihrer natürlichen S-Form.

Eine Wirbelsäule in S-Form macht den Körper glücklich. Ein glücklicher Körper arbeitet besser und vor allem schneller.

Wer nicht so lange an Hausaufgaben sitzt, muss nicht so lange sitzen.

Ich hoffe man erkennt die Vorteile. 😉